- Preisvergleiche funktionieren nur bei vergleichbarem Leistungsumfang.
- Inhalt, Migration und Integrationen treiben den Aufwand häufig stärker als die reine Seitenzahl.
- Hosting, Lizenzen und Wartung gehören in die Gesamtkosten.
- Der wirtschaftliche Nutzen sollte vor dem Design definiert werden.
1. Warum Preisangaben so stark auseinanderliegen
Eine Website kann aus einer Vorlage mit wenigen Texten bestehen oder ein individuelles System mit Strategie, Mehrsprachigkeit, Shop, Datenmigration und Schnittstellen sein. Beide werden im Alltag „Website“ genannt, haben aber einen völlig anderen Leistungsumfang.
Vergleichen Sie deshalb nicht nur Seitenzahl und Endpreis. Entscheidend sind Konzept, Design, Inhalt, technische Qualität, Rechte, Betreuung und die Frage, welche Arbeit bei Ihnen verbleibt.
2. Die wichtigsten Kostenfaktoren
- Strategie: Zielgruppen, Positionierung und Seitenstruktur
- Design: Vorlage oder individuell entwickeltes Erscheinungsbild
- Inhalt: vorhandene Texte, Texterstellung, Bilder und Übersetzungen
- Technik: CMS, Formulare, Suche, Shop, Login und Integrationen
- Migration: Übernahme von Seiten, Produkten, Medien und SEO-URLs
- Qualitätssicherung: Browser, Geräte, Barrierearmut, Performance und Sicherheit
3. Orientierung anhand der Appvolution-Pakete
Appvolution bietet für klassische Unternehmenswebsites derzeit drei transparente Startpunkte: Web Lite ab CHF 1’490, Web Business ab CHF 2’900 und Web Enterprise ab CHF 4’900. Die Pakete unterscheiden sich unter anderem bei Seitenumfang, Konzept, SEO-Tiefe und Korrekturrunden. Der vollständige Leistungsumfang je Paket ist unter Webdesign-Preise und Paketumfang aufgeführt.
Ein Shop, eine individuelle Webapp oder eine komplexe Migration lässt sich nicht seriös in dieselbe Pauschale pressen. Solche Projekte benötigen eine eigene Anforderungs- und Aufwandsschätzung.
4. Die Folgekosten werden oft unterschätzt
Zum Projektpreis können Domain, Hosting, Lizenzen, Wartung, Drittanbieter, Bildmaterial, Übersetzung und laufende Optimierung kommen. Ein niedriger Einstiegspreis ist nicht automatisch günstiger, wenn später jede kleine Änderung teuer oder technisch unmöglich wird.
Fragen Sie vor Auftragserteilung, wem Domain, Inhalte, Konten und Quellcode gehören, wie Backups funktionieren und was ein Plattformwechsel bedeutet.
5. Wann lohnt sich die Investition?
Eine Website lohnt sich nicht wegen ihrer Seitenzahl, sondern wenn sie Vertrauen schafft, Anfragen qualifiziert, Verkauf unterstützt oder interne Arbeit reduziert. Definieren Sie vorab, woran Erfolg erkennbar ist: mehr passende Anfragen, weniger Rückfragen, bessere Bewerbungen, direkte Buchungen oder kürzere Verkaufszyklen.
Eine Website ist teuer, wenn sie keinen klaren Zweck erfüllt – unabhängig davon, ob sie CHF 1’000 oder CHF 20’000 kostet.
6. Angebote richtig vergleichen
Bitten Sie um eine klare Auflistung von Umfang, Inhalt, Funktionen, Revisionen, Zahlungsplan, Fremdkosten, Wartung und Ausschlüssen. Ein guter Anbieter erklärt auch, was nicht nötig ist und wo Annahmen bestehen.
Bei grösseren Projekten sollte die Offerte Meilensteine und Abnahmekriterien enthalten. So wird aus einer kreativen Leistung ein steuerbares Projekt.
7. Drei typische Ausgangslagen
Die Frage nach den Kosten stellt sich in der Praxis selten abstrakt. Meist steht eine dieser drei Situationen dahinter.
Erste Website nach der Gründung
Gefragt ist ein glaubwürdiger Auftritt mit Angebot, Zielgruppe, Region und Kontaktweg. Der Aufwand liegt hier weniger in der Technik als im Inhalt: Positionierung, Texte und Bildmaterial müssen erst entstehen. Wer diesen Teil selbst liefern kann, verschiebt einen erheblichen Kostenblock.
Bestehende Website, veraltete Technik
Hier bestimmen Migration und Altlasten den Aufwand: Wie viele Seiten werden übernommen, wie sauber sind die bestehenden URLs, welche Inhalte werden ersatzlos gestrichen? Eine ehrliche Bestandsaufnahme vor der Offerte verhindert, dass später jede zusätzliche Seite als Nachtrag verrechnet wird.
Website mit angebundenen Prozessen
Sobald Formulare in ein CRM laufen, Termine gebucht oder Bestellungen weitergegeben werden, entsteht Aufwand ausserhalb der sichtbaren Seiten. Solche Integrationen sind einzeln zu schätzen und gehören nicht in eine Seitenpauschale. Wie Appvolution Websites für Unternehmen aufbaut, ist unter Webdesign für Schweizer KMU beschrieben.
Wofür dieser Überblick nicht gedacht ist
Dieser Beitrag liefert keine verbindliche Preisauskunft und kein Rechenmodell. Er ersetzt weder eine Anforderungsaufnahme noch eine Offerte, und er eignet sich nicht für den Vergleich zweier Anbieter allein anhand der Endsumme. Wer Zahlen ohne beschriebenen Leistungsumfang vergleicht, vergleicht meist unterschiedliche Projekte miteinander.
Häufige Fragen zu Website-Kosten
Ist eine günstige Vorlagenlösung immer die schlechtere Wahl?
Nein. Für ein klar abgegrenztes Ziel – etwa Erreichbarkeit und Grundinformationen – kann eine Vorlage genügen. Kritisch wird es, wenn später Funktionen, Sprachen oder Integrationen dazukommen sollen und die Plattform das nicht trägt.
Welche laufenden Kosten entstehen nach dem Start?
Typisch sind Domain, Hosting, allfällige Lizenzen, Sicherheitsupdates und Inhaltspflege. Diese Positionen sollten in der Offerte benannt sein, auch wenn sie an Dritte gehen.
Wie viel Budget gehört zu den Inhalten?
Texte, Bilder und Übersetzungen werden regelmässig unterschätzt. Klären Sie früh, wer schreibt, wer fotografiert und wer die fachliche Freigabe erteilt – dieser Punkt verzögert Projekte häufiger als die Entwicklung.
Lohnt sich ein Redesign statt einer neuen Website?
Wenn Struktur, Inhalte und Technik grundsätzlich tragfähig sind, ist ein gezielter Umbau günstiger. Steht die Struktur selbst infrage, führt ein Redesign oft zu höherem Aufwand als ein sauberer Neuaufbau.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer-, Treuhand- oder Sicherheitsberatung.